Tipps für dein Sportleben?
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Hier findest du die besten Beiträge des Sportslife-Magazins!

Im Mittelpunkt der Sportslife stehen begeisternde Sporterlebnisse, Infos, Trends – und alles, was du als ambitionierter Freizeitsportler dafür brauchst. Wir präsentieren dir hier immer die aktuellsten Themen und Beiträge zu den Rubriken

So bleibst du immer auf dem Laufenden über die neusten Tipps und Trends für ein effektives und abwechslungsreiches Sportlerleben!

 

 

 

// LIFE & STYLE

"ZWÖLF SPORT-HACKS"

GENIALE UND SUPERLEICHT UMZUSETZENDE LÖSUNGEN FÜR ALLTAGSPROBLEME – DAS SIND DIE AUS DEM NETZ BEKANNTEN „LIFEHACKS“. KLAR GIBT’S DIE COOLEN TRICKS AUCH FÜR DEN SPORT! WIR HABEN EIN PAAR FÜR EUCH GESAMMELT.
  • 1 ANTI-BLASEN-WUNDER

Fetthaltige Lippenpflegestifte eignen sich prima zur Blasenvorbeugung – und als Schnellhilfe, wenn sich die fiesen Pusteln schon gebildet haben. Einfach großzügig auf der entsprechenden Stelle verteilen und weiter geht’s.

 

  • 2 BYE-BYE, MUSKELKATER!

Wenn ihr vor dem Training eine Orange esst, schlagt ihr zwei Fliegen mit einer Klappe: Ihr schützt eure Muskeln vor Übersäuerung und startet gleichzeitig gut hydriert ins Workout.

 

  • 3 ERSTE HILFE BEI PLATTEN REIFEN

Mist, der Reifen ist platt und kein Flickzeug dabei! Dann hilft: Den Schlauch aus dem Reifen lösen und ihn an der Stelle, an der das Loch ist, mit einem Taschenmesser durchschneiden. Beide Schlauchenden verknoten, den Schlauch aufpumpen und den Reifen wie-der zusammenbauen. Die Heimfahrt wird so zwar etwas ruckelig, aber besser als Schieben!

 

  • 4 EXTRAPORTION BALLGEFÜHL

Fußballprofi Bastian Schweinsteiger geht seit Jahren mit nassen Socken in die Schuhe. „Es war ein Experiment, um mehr Ballgefühl zu bekommen. Es hat geklappt, deshalb mache ich es immer noch“, verriet er letztes Jahr im Spielerinterview auf der Website von Manchester United.

 

  • 5 FRISCHE-KUR FÜRS TRIKOT

Die meisten Trikots und Sportshirts soll man nicht bei einer Temperatur über 40 Grad wa-schen. Blöd, denn Schweißbakterien sterben erst bei ca. 60 Grad ab. Der Trick: Die Shirts über Nacht ins Gefrierfach legen. Das tötet die Bakterien ab und der Mief lässt sich ganz easy auswaschen.

 

  • 6 GEWICHTHEBEN FÜR ANFÄNGER

Falls im Fitnessstudio mal wieder jemand sei-ne 50-Kilo-Scheiben nicht von der Langhantel geschraubt hat: Legt eine kleinere Scheibe flach unter die Gewichte. Das hebelt sie leicht an und ihr könnt die schweren Scheiben ganz leicht abziehen.

 

  • 7 HAARE BÄNDIGEN

Eure Haargummis verschwinden regelmäßig auf Nimmerwiedersehen in eurer Sporttasche? Packt ein paar auf Reserve auf einen kleinen Karabinerhaken, den ihr an eure Tasche hängt. So sind sie aufgeräumt und schnell griffbereit. Trick 17 für Haarspängchen und -klammern: eine leere Tic-Tac-Dose. Sie braucht wenig Platz in der Tasche.

 

  • 8 HOW TO: SIT-UPS

Viele haben bei Sit-ups eine falsche Kopfhaltung und überdehnen den Nacken. Das könnt ihr vermeiden, indem ihr beim Workout die Zunge fest an den Gaumen drückt. So haltet ihr den Kopf automatisch richtig.

 

  • 9 MEHR GRIP IN DER HALLE

Hallensportler kennen das: Kaum liegt der erste Spieler am Boden und verteilt nur ein bisschen Schweiß darauf, wird das Match zur Rutschpartie. Mehr Grip bekommt ihr, wenn ihr die Schuhsohlen mit Schmirgelpapier aufraut – und euch vor dem Betreten des Spielfelds auf ein nasses Handtuch stellt.

 

  • 10 NIE MEHR STINKESCHUHE

Hängt nach dem Training für ein paar Stunden trockene neue Teebeutel in eure Schuhe, und der Käsegeruch hat sich gegessen. Die Teesorte ist übrigens egal: Nehmt einfach die, die ihr am besten riechen könnt. Die Deutschen trinken übrigens am liebsten Früchtetee.

 

  • 11 WINTERREIFEN FÜRS FAHRRAD

Was Schneeketten fürs Auto sind, sind Kabelbinder fürs Bike: Alle drei Speichen einen um Reifen und Felge binden, schon habt ihr „Winterreifen“. Aber Achtung: Die Kabelbinder nicht zu sehr festzurren, sonst können sie den Reifen beschädigen.

 

  • 12 WOHIN MIT DEM HAUSSCHLÜSSEL?

Das fragen sich viele Läufer. Die Antwort: Den Schlüssel durch einen Schnürsenkel fädeln und erst dann die Schuhe binden. So ist er aufgeräumt und geht garantiert nicht verloren. Sofern er ein Loch hat, funktioniert das auch mit dem Spindschlüssel im Fitnessstudio.


Quelle: Sportlife AUSGABE Herbst 2017 // Text: Carina Mehlis

 

 

 

// GESUNDHEIT & ERNÄHRUNG

"AVOCADISSIMO!"

GESUNDE FETTSÄUREN UND VITAMINE SATT: AVOCADOS GELTEN ALS DAS SUPERFOOD SCHLECHTHIN. SPORTSLIFE GEHT DER FRUCHT AUF DEN KERN.

ES IST NOCH GAR NICHT LANGE HER, DA SORGTE DIE AVOCADO WIEDER EINMAL FÜR SCHLAGZEILEN. DOCH DIESMAL WAREN ES KEINE LOBESHYMNEN AUF DIE GESUND- UND SCHLANKMACHERIN. NEIN, BRITISCHE CHIRURGEN FORDERTEN STATTDESSEN WARN-AUFKLEBER AUF DEN BELIEBTEN BEEREN, WEIL SICH ZU VIELE MENSCHEN IN DIE HAND SCHNEIDEN, WENN SIE BEIM SCHNIPPELN FÜRS FRÜHSTÜCK AM HARTEN KERN ABRUTSCHEN. DIAGNOSE: „AVOCADO-HAND“ – UND DANN WIRD GENÄHT, GEKLEBT ODER MANCHMAL EBEN AUCH OPERIERT.

Noch vor ein paar Jahren hätte man das nicht so überdramatisiert. Damals war die Avocado allerdings auch noch kein Massenprodukt, das in jedem unserer Supermärkte das ganze Jahr über verfügbar ist. In der Tat verlief der Aufstieg der Avocado zum Superfood äußerst langsam. Den ersten kurzen Hype erfuhr die Frucht schon vor über 1.000 Jahren am anderen Ende der Welt, im heutigen Mexiko. Dort war sie festes Programm auf dem Speiseplan der Azteken, die ihr wegen ihrer knubbeligen Oberfläche und weil sie immer paarweise am Baum hängt, den Namen „ahuacatl“ gaben – auf Deutsch: „Hoden“. Fun-Fact: Der heutige Begriff „Avocado“ ist nichts anderes als die altspanische Version davon.

Nach der Eroberung des Gebiets durch die Spanier versuchten sich zunächst die Briten daran, die Hodenfrucht auf dem heimischen Markt einzuführen. Sie scheiterten. Der Grund: Sie gaben ihr den ebensowenig attraktiven Namen „Alligatorbirne“. Erst im frühen 20. Jahrhundert trat die Avocado wieder in Erscheinung: Mexikanische Einwanderer brachten sie (schon unter ihrem heutigen Namen) mit in die USA und verführten die Geschmacksnerven der Amerikaner mit Guacamole, dem leckeren Avocado-Mus mit Tomaten, Zitronensaft, Koriander und Salz. Im Grunde die besten Voraussetzungen, schon damals zum Shootingstar zu werden – wären Avocados nicht so teuer und damit ein Luxusprodukt gewesen. Der große Durchbruch kam schließlich erst Mitte der 90er dank eines putzigen Maskottchens namens Mr. Ripe Guy, das – wie sollte es auch anders sein – Guacamole als Snack promotete.

 

Viel Fett und viele Vitamine

Von da an war es mit Internet (später insbesondere Instagram) kein weiter Sprung mehr über den großen Teich nach Europa. Mit im Gepäck: viel Fett. Avocados gelten als die fettreichsten Früchte überhaupt und bringen pro 100 Gramm Fruchtfleisch 23 Gramm Fett auf die Waage – umgerechnet etwa 200 bis 250 Kilokalorien. Die Aerobic-Ladys aus den 80ern hätten vor lauter Fettangst das Weite gesucht. Heute aber weiß man, dass dieses Fett gesund ist, denn es ist pflanzlich und besteht aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Diese halten den Cholesterinspiegel im Lot, senken das Risiko von Herz-Kreis-lauf-Erkrankungen und können Ernährungsex-perten zufolge sogar beim Abnehmen helfen. Grund für Letzteres ist das Enzym Lipase, das die Fettverbrennung während der Verdauung steuert und das Speichern des Avocado-Fetts verhindert. Ergo: Das Fett wird im Körper schneller abgebaut.
Neben dem Fett stecken Avocados voller wichtiger Vitamine: Vitamin E als Antioxidans, das freie Radikale abwehrt und somit das Immunsystem unterstützt. Vitamin B6, das unter anderem beim Eiweißstoffwechsel und am roten Blutfarbstoff mitarbeitet. Und auch das Provitamin A ist enthalten, das wichtig für die Augen und den Aufbau der Haut ist. Immerhin muss die Avocado ja ihrem Ruf als Schönmacherin gerecht werden. Ein weiteres Plus: Sie schmeckt gut. Samtig-weich, unaufdringlich, leicht nussig und ein bisschen süß. Und sie liegt so cremig auf der Zunge, dass man sie einfach am Gaumen zerdrücken kann. Also doch ein Superfood, trotz Verletzungsgefahr beim Aufschneiden? Definitiv – wäre da nicht dieser klitzekleine Makel in Sachen Umweltbilanz.

Was für eine Diva!

Avocados sind wählerisch. Sie wachsen nicht überall, sondern nur dort, wo der Boden frei von Steinen und wo es schön warm und sonnig ist. Zu viel Sonne darf es aber bitteschön auch nicht sein, das mögen die sensiblen Baumstämme nicht. Auf vielen Farmen werden sie daher mit Sunblocker bestrichen. Außerdem haben Avocados beim Wachsen viel Durst. Über 500 Liter Wasser schluckt eine einzelne, ca. 400 Gramm schwere Frucht, bis sie geerntet werden kann. Rechnet man das hoch, zum Beispiel auf all die großen Avocado-Farmen an der mexikanischen Westküste, werden dort 80 Prozent des ohnehin schon knappen Trinkwassers für die Avocado-Zucht verwendet. In Israel, wo unsere Avocados im Herbst und Win-
ter herkommen, ist es rund die Hälfte des Trinkwasservorrats. Dazu kommt die hohe CO2-Belastung durch den Transport. Avocados sind empfindlich und fühlen sich nur bei einer Reisetemperatur von kühlen sechs Grad in einem strombetriebenen Container richtig wohl. Stöße sind ein No-go, also werden sie ordentlich in Watte gepackt – Pardon, in Verpackungsmaterial gepolstert. Und selbst dann sind sie noch nicht verzehrreif, wenn wir sie im Supermarkt kaufen.
Die Reife ist ohnehin so eine Sache für sich. Der Übergang von unreif zu reif zu schrumpelig und nicht mehr genießbar verläuft so schnell, dass man entweder Glück haben muss oder sich einen Wecker stellen müsste. Zum Beschleunigen der Reifung ist der Tipp weitverbreitet, die harte Frucht für ein paar Tage zusammen mit einem Apfel in einer Papiertüte zu lagern. Für die bei uns gängige Sorte „Hass“ kann man sich außerdem merken: Ist die Schale schwarz und gibt auf Druck nach, schnell schmecken lassen. Der Umwelt zuliebe aber vielleicht nur einmal in zwei Wochen. Um die Gefahr der Avocado-Hand zu bannen, empfehlen wir übrigens, den Kern einfach per Löffel auszuhebeln. Oder ihr lasst ihn einfach in einer Hälfte stecken, wenn ihr nur eine halbe Frucht essen wollt. So bleibt sie länger frisch.Die andere Hälfte schmeckt uns am besten im Salat oder – na klar – als Guacamole!


Quelle: Sportlife AUSGABE Herbst 2017 // Text: Carina Mehlis

 

 

 

// REISEN & ENTDECKEN

"PACKLISTEN-HILFE FÜR OPEN AIRS"

WACKEN, TAUBERTAL, LOLLAPALOOZA … DIE FESTIVALSAISON FEIERT DIESE WOCHEN IHREN HÖHEPUNKT. WIR GEBEN EUCH EIN PAAR TIPPS, WAS IHR BEI OPEN AIRS GETROST ZU HAUSE LASSEN KÖNNT UND WAS MAN ALS NEWBIE GERNE VERGISST EINZUPACKEN.

# ROCKT

  • Die Must-haves wie Zelt, Campingkocher, Gummistiefel, Regencapes, Gaffa-Tape, Ohrstöpsel und Bollerwagen.
  • Kalte Getränke aus der Thermobox, die am besten schon vor der Abfahrt im Gefrierfach gekühlt wurden.
  • Platzsparende Faltkanister für den Campingplatz. Die sind vielseitig ein-setzbar, z. B. als mobile Dusche (mit großer Öffnung für die Tauchpumpe) oder als Zeltbeleuchtung (Stirnlampe mit dem Strahler nach innen um den gefüllten Kanister spannen).
  • In einer Plastiktüte wetterfest verpackte Ersatzkleidung. Gleiches gilt fürs Handy samt Powerbar und Ladekabel.
  • Ganzkörper-Feuchttücher und Trockenshampoo – reicht zur Hygiene, wenn es keine sauberen Duschen gibt.


# ROCKT NICHT

  • Selfie-Sticks und Getränkebehälter jeglicher Art, auch ohne Inhalt, denn die sind diesen Sommer auf den meisten Konzert-Areas verboten.
  • Highheels und Sandalen –sind auf Festivals einfach unbequem.
  • Handy-Ventilatoren: Sehen zwar praktisch aus, fressen aber einen Haufen Akku.
  • Einwegplastikteller und -besteck. Nehmt lieber Campinggeschirr mit, der Umwelt zuliebe.
  • Dosen-Ravioli und 5-Minuten-Terrinen. Viel leckerer als diese Klas-siker sind z. B. selbstgemachter Nudelsalat (wegen Hitze ohne Mayo) oder Spaghetti Bolo vom Campingkocher.

Quelle: Sportlife AUSGABE Herbst 2017 // Text: Carina Mehlis, Michaela Friz

 

 

 

// SPORT & FITNESS

"EUROPAS ERFOLGS-MODELL"

GRÖSSTER SPORTEVENT DER WELT, GELDMASCHINE, STRASSENFEGER, MYTHOS:
DIE UEFA CHAMPIONS LEAGUE.

EGAL WIE MAN DIE UEFA CHAMPIONS LEAGUE SIEHT, DER 1992 ERSCHAFFENE WETTBE-
WERB IST EIN ERFOLGSMODELL. VERBÄNDEN, VEREINEN UND SPIELERN GARANTIERT SIE SATTE EINNAHMEN, WELTWEIT ZIEHT DIE KÖNIGSKLASSE MEHR ZUSCHAUER AN ALS EINE WM ODER OLYMPIA UND SPONSOREN STEHEN SCHLANGE. MANCHMAL ABER HAT DIE SACHE IHRE TÜCKEN.
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Fußballtrainer sollen die Champions League im Laufe ihrer 25-jährigen Geschichte verflucht haben. Nach einem Vierteljahrhundert ist es zum Zwang für große Klubs, ihre Coaches und Starkicker geworden, den Königsklassenpokal zu gewinnen.

Nehmen wir Carlo Ancelotti. Der Italiener verdankt seinen Vertrag beim FC Bayern München auch seiner Erfahrung im Champions-League-Gewinnen. Dreimal hat der 57-Jährige das Kunststück vollbracht – als einziger Trainer. Dass daraus eine erdrückende Erwartungshaltung entsteht, zeigte die vergangene Saison. Für viele stand vor dem ersten Spiel fest: Wenn es jemandem gelingt, dem fünfmaligen Sieger Bayern einen sechsten Titel zu schenken, dann ihm. Es blieb ein Gefühl der Enttäuschung zurück, als es nur zum Single (Meisterschaft) reichte. Bis zum nächsten Versuch, denn die Champions League verliert niemals ihren Reiz. Das mag daran liegen, dass es erst 2017 mit Real Madrid dem ersten Verein gelang, den im Vorjahr errungenen Titel zu verteidigen.

Oder Gianluigi Buffon. Der 39 Jahre alte Torwart von Juventus Turin hat es oft versucht und nie geschafft. Fünf vergebliche Anläufe von Juve und eine Portion Ernüchterung sind das Ergebnis. Weltmeister war er, UEFA-Cup-Sieger, Meister, Pokalsieger und Welttorhüter – aber es klafft die Lücke, in die der Champions- League-Pokal so gut passen würde. 

Woran liegt es, dass es fast zur Sucht geworden ist, den Pott zu holen? Die Champions League ist zum wichtigsten Wettbewerb im Klubsport der Welt geworden. Von 1955 bis 1992 lief der Event unter der Bezeichnung Europapokal der Landesmeister. Seit 2001 gibt es übrigens auch eine Champions League für Frauen-Teams.

WERBESPOTS IM TV ERZIELEN HÖCHSTPREISE VON WEIT ÜBER 1.000 EURO - PRO SEKUNDE.

Immer mehr Vereine entdecken die internationale Bühne als Einnahmequelle und Betätigungsfeld. Die Champions League garantiert weltweit Aufmerksamkeit. Was manche die beste Idee Europas nennen, ist weltweit zum Publikumsmagneten aufgestiegen, der längst die Popularität einer Weltmeisterschaft erreicht hat, wenn er sie nicht überholt hat. Wembley-Arena Mai 2013. Die Bayern schlagen Dortmund im ersten rein deutschen Finale 2:1. Über 360 Millionen schauen weltweit zu. Das Endspiel im American Football, das Super-Bowl-Finale, sehen im Durchschnitt nur etwa 150 Millionen. Beeindruckende Zahlen, die sich seit Jahren wiederholen. An jedem der 15 Spieltage einer Saison zieht es zwischen 105 und 228 Millionen Menschen vor einen Fernseher. Die Champions League ist zum globalen Sportereignis aufgestiegen, das anders als alle vier Jahre stattfindende WMs oder Olympische Spiele jedes Jahr Spannung und Nervenkitzel liefert. In den entlegensten Winkeln der Erde wird über Spiele diskutiert, die Kneipen sind voller Fans und Kinder tragen überall auf der Welt die Trikots der großen europäischen Klubs. Für den europäischen Fußball setzte die Champions League neue Maßstäbe und entwickelte sich zu einem Millionengeschäft und Medienspektakel, das sich in der Mitte der Gesellschaft etablierte. Die sechs Hauptsponsoren zahlen rund 30 Millionen Euro pro Saison, um zum erlauchten Kreis der Werbepartner zu gehören. Der Sportartikel-Produzent adidas zahlt eine ähnliche Summe, um den offiziellen Spielball zu stellen. Im Gegenzug steht ungeteilte Aufmerksamkeit an der Seite eines weltumspannenden Events, der einen enormen Imagegewinn und zusätzliche Einnahmen garantiert. So soll adidas mehrere Millionen Champions-League-Bälle zu je 120 Euro verkauft haben. Werbespots im TV erzielen Höchstpreise von weit über 1.000 Euro – pro Sekunde.

Ein junger Wettbewerb ist die Champions League nach 25 Jahren nicht mehr. Dennoch kommt sie im modernen Gewand daher, wenn der europäische Verband UEFA stolz mitteilt, dass 4,8 Millionen Tweets über das Finale 2013 90 Minuten vor dem Anpfiff bis 30 Minuten nach dem Spiel abgesetzt wurden. Direkt nach dem Schlusspfiff waren es 117.601 – pro Minute. Auch soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook, Google+ und YouTube glühen vor Begeisterung. 2013 waren es Spiele der Champions League, die die ersten drei Plätze der meistgesehenen TV-Events in Deutschland belegten. Das WM-Finale 2014 sollen allerdings eine Milliarde gesehen haben. Vielen ist die Königsklasse wichtiger geworden als eine WM. Der Münchner Nationalspieler Mats Hummels will lieber ein erstes Mal die Königsklasse gewinnen als noch einmal Weltmeister zu werden. Für den ehemaligen deutschen Kapitän Philipp Lahm steht der Triumph von 2013 mindestens auf der gleichen Stufe wie die WM 2014. Die Champions League gewinnst du mit deinem Verein, deshalb sei das etwas ganz Besonderes, sagt Lahm. 

„DIE BESTEN, LES GRANDES EQUIPES, THE CHAMPIONS“

Jeder will den trendigen Pokal in die Luft heben, obwohl der, wenn es um den Materialwert geht, nicht mit dem Weltmeisterpokal mithalten kann. Den rund 2.200 Euro des aus Silber bestehenden Königsklassenpokals stehen etwa 130.000 Euro der aus Gold gefertigten FIFA World Cup Trophy gegenüber.  In anderen Bereichen liegt der europäische Pott im Kräftemessen vorne. Er hat im Gegensatz zur WM ein eigenes Lied. 1992 wollte er europäische Verband nicht nur eine eigene Hymne, sondern eine Erkennungsmelodie. Herausgekommen ist ein mehrsprachiges Stück, das nicht nur die drei europäischen Hauptsprachen Englisch, Deutsch und Französisch einschließt, sondern in neueren Versionen auch Spanisch und Italienisch. Eine europäische Hymne sollte der ausgeschriebene Wettbewerb hervorbringen, den der britische Komponist Tony Britten gewann, als er, angelehnt an Georg Friedrich Händel, „Zadok the Priest“ neu komponierte und die offizielle UEFA Champions League Music schuf. Das in Stadien erklingende Original ist etwa drei Minuten lang und beginnt mit den Zeilen „Ce sont les meilleures équipes – Es sind die allerbesten Mannschaften - The main event“, denen „Die Meister - Die Besten - Les grandes équipes - The champions“ folgt. Das Werk klingt festlich wie eine Oper. Kickern und Zuschauern läuft eine Gänsehaut über den Rücken, wenn es erklingt.

Welches unerschöpfliche Potenzial der Königsklasse zugeschrieben wird, zeigt der harte Kampf von Fernsehanstalten und Medienkonzernen um die Übertragungsrechte. Während in Großbritannien das Rechtepaket für mehrere Jahre stolze 1,4 Milliarden Euro teuer war, werden in Deutschland ab der Saison 2018/2019 rund 600 Millionen erzielt. Dafür verschwindet die Champions League künftig aus dem Free TV und ist nur noch im Bezahlfernsehen oder Internet bei Streaming-Anbietern zu sehen, hinter denen große internationale Medien-konzerne stehen. Dem Reiz der Champions League, so hoffen die Macher, schadet das nicht. Kritiker dagegen sehen die Schere zwischen großen und kleineren Klubs immer weiter auseinandergehen und prangern die Gier nach immer mehr Kommerz und Gewinn an. Zig Millionen werden von der UEFA an teilnehmende Klubs ausbezahlt. Im Falle von Bayern München belaufen sich die Schätzungen auf 70 bis 90 Millionen Euro für die Saison 2016/2017. Die Zahlungen setzen sich aus Antritts- und Spielprämien (1,5 Millionen für einen Gruppensieg – 15,5 Millionen für den CL-Sieger), Marketing-Pool-Geldern und Zuschauereinnah-men zusammen.

TRIUMPHE UND DRAMEN SIND GARANTIERT

Grundlage für den Reibach sind die Stars und deren Strahlkraft. Mit Ottmar Hitzfeld (Borussia Dortmund/Bayern München) und Jupp Heynckes (Real Madrid/Bayern) gewannen zwei deutsche Trainer zwei Titel mit verschiedenen Klubs. Neben den beiden Zugpferden des deutschen Fußballs konnte nur der Hamburger SV (allerdings schon 1983) gewinnen Rekordsieger ist mit 12 Titeln Real Madrid vor dem AC Mailand (7), dem FC Barcelona und dem FC Liverpool (5). Die vergangenen vier Jahre kam der Sieger aus Spanien (3 × Real/1 × Barca). Mit 105 Toren (140 Spiele) ist der Portugiese Cristiano Ronaldo (Real Madrid) der Top-Torjäger vor dem Argentinier Lionel Messi (FC Barcelona) mit 94 (115) Toren und Raúl (Real/71/142).

Der Bayer Thomas Müller kommt auf 39 Treffer in 89 Spielen, während die Quote von Gerd Müller (34 in 35 Spielen) auf ewig einen Spitzenplatz einnimmt. Toni Kroos (Real Madrid) gewann als einziger Deutscher dreimal (2013, 2016, 2017) seit 1992. Zuvor hatte die Generation um die Münchner Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier 1974, 1975 und 1976 dreimal hintereinander gesiegt. Dietmar Hamann gewann 2005 mit dem FC Liverpool und Sami Khedira 2014 mit Real Madrid.

Triumphe und Dramen sind garantiert, das zeigen die vergangenen 25 Jahre. 2012 verlieren die Bayern das Finale „dahoam“ in einem bitteren Elfmeterschießen. 1999 geben die Münchner eine 1:0-Führung in der Nachspielzeit aus der Hand und verlieren 1:2. 1997 schießt der 20 Jahre alte Lars Ricken den BVB zum Triumph. 2001 hält Oliver Kahn im Finale drei Elfmeter gegen Valencia. 2013 sitzen die Bayern da, wo heute jeder Fußballklub hinwill: auf dem Thron der Champions League.  


Quelle: Sportlife AUSGABE Herbst 2017 // Text: Raphael Honigstein